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Vincenzo und Saverio

ABA MEDITERRANEA – Bio-Perspektive für die nächste Generation

„Der Mensch muss umdenken und aktiv im Dienst der nächsten Generationen stehen“.

(Vinc)Enzo Santoro

Für Enzo macht nur eine Umwelt Sinn, in der die Menschen sich wohlfühlen und die ihnen eine Lebensgrundlage bieten kann. So hat er vor vielen Jahren dem konventionellen Anbau den Rücken gekehrt und verfolgt jetzt seine Bio-Mission. Dazu gehört auch, andere Betriebe von den Vorzügen des Öko-Landbaus zu überzeugen und den biologischen Anbau voranzutreiben. Mit seiner Familie lebt und arbeitet er in Ginosa, ganz in der Nähe der Höhlenstadt Matera, unweit der Küste, wo der italienische Stiefelabsatz beginnt.


Enzo´s Bio-Mission

Die 23 Bio-Betriebe, die sich vor vier Jahren zur Kooperative ABA MEDITERRANEA zusammengeschlossen haben, sind in der Region des Golfes von Tarent, in den Provinzen Apulien und Basilika beheimatet. Von den kargen Bergen schaut man in Richtung Stiefelabsatz und – Spitze Italiens, auf sehr fruchtbares Schwemmland. Diese Jahrtausende alte Kulturlandschaft wurde seit jeher von der Landwirtschaft geprägt. Die Bio-Unternehmen hier bauen Steinobst, Tafeltrauben und Melonen an, in den Wintermonaten ist die Erntezeit für Zitrusfrüchte und vielfältiges Gemüse.

Vincenzo Santoro, von allen Enzo genannt, ist mit Herz und Seele Unternehmer. Er hat das Wohl der Menschen in seiner Region im Blick – und, er hat eine Mission. Enzos Beweggründe für seine Arbeit sind so einfach wie konsequent: Er möchte mit dem Anbau von Bio-Obst und -Gemüse die Menschen zu einem bewussteren Umgang mit der Natur bewegen und ihnen gesunde Lebensmittel zur Verfügung stellen.

Das Projekt Bio-Dyn

Für einige Bauern war die stetig steigende Nachfrage nach Bio-Obst- und Gemüse vor etwa 20 Jahren die Rettung. Denn der dramatische Preisverfall von konventionell angebauten Früchten in den letzten Jahrzehnten zwang viele Produzenten zur Aufgabe oder zum Weggang aus der Gegend. Viele, die auf Bio-Anbau umgestellt haben, sind heute ausgesprochen froh über diesen Schritt. Es ist eine Bereicherung für die Familien, für die Umwelt, für alle Menschen der Region und nicht zuletzt für die Konsumenten im nördlicheren Europa.

Nun steht ein weiterer Schritt auf der Agenda von Enzo. Seine Wertschätzung für die biologisch-dynamische Methode versteckt er nicht. Und er möchte anstecken, andere Bio-Bauern aus dem Kreis der Kooperative und aus der Region gewinnen, auf diese Wirtschaftsweise umzustellen. Die Rhythmen des Kosmos bei Aussaat und der Pflege der Kulturen berücksichtigen, die Kompostpräparate zu nutzen, den Boden noch intensiver zu pflegen. Vor zwei Jahren hat er einen mehrtägigen Kurs organisiert . Das Interesse war groß: Rund 50 Bauern kamen und hörten zu. Jetzt. Sind tatsächlich einige Betriebe in der Umstellung begriffen – ein schöner Erfolg.

CO2 Einsparen steht oben auf der Liste

Apulien hat viele gute Seiten für den Bio-Anbau. Das Land ist fruchtbar, das Klima optimal, lange, heiße Sommer, genügend Niederschlag, im Winter kaum Frost. Doch unser Klima müssen wir schützen und CO2-Belastung vermeiden, wo immer es möglich ist. Das wird uns immer deutlicher vor Augen geführt. Enzo hat deshalb große Pläne: Er plant eine neue Packstation mit neuer energiesparender Kühltechnik, zudem näher an den Anbauflächen, um vermeidbare Transportwege einzusparen. Um Individualverkehr zu vermeiden und die Mitarbeiter an Ort und Stelle zu bringen, gibt es einen Bus.

Nachhaltigkeit ist ein sehr weiter Begriff. Viele Maßnahmen tragen dazu bei, die Umwelt für die Generationen nach uns lebenswert zu erhalten. Der Schutz und das sparsame Verwenden von Wasser gehören ganz bestimmt dazu. Man kann Wasser sorgsam verwenden, aber noch besser ist, den Boden so zu pflegen, dass er die Feuchtigkeit besser halten kann. Das gelingt durch Humusaufbau mit Hilfe von Kompost. Alle organische Abfälle werden auf den Betrieben kompostiert. Die verbesserte Bodenqualität fördert das Wasserhaltevermögen der Böden und reduziert den Wasserbedarf der Pflanzen erheblich. Nachhaltig sind auch die weiten und abwechslungsreichen Fruchtfolgen. Sie fördern die Biodiversität und dienen der Landschaftspflege.

Die Groß-Familie ist sehr wichtig

Nicht nur die eigene Familie hat einen hohen Stellenwert im Süden Italiens, sondern auch die Mitarbeiter werden bei ABA MEDITERRANEA zur Familie gezählt. Das spürt man. Der Zusammenhalt ist groß. Einmal im Jahr lädt Enzo zum Mega-ABA-Fest. Dann werden die Maschinen und Sortierbänder zur Seite geräumt, jeder packt mit an. „Mann und Maus“ feiern mit: Die Frauen, die sonst im Büro arbeiten oder am Sortierband stehen, kommen im Sonntagsstaat, bringen ihre Männer und Kinder mit. Feldarbeiter und Erntehelfer … alle sind dabei – und dann wird gegessen, getrunken, getanzt, gefeiert. Nach Mitternacht packen wieder alle mit an, damit am nächsten Tag der Betrieb wieder seinen Gang gehen kann. „Es ist auch unser Unternehmen“, sagt eine Packerin. Und Enzo ergänzt begeistert: „Das ist unser Lohn, dafür machen wir diese Arbeit, weil wir unsere treue Belegschaft schätzen!“

Zum soziales Engagement der Kooperative ABA MEDITERRANEA gehört auch die Schaffung sicherer Arbeitsplätze, damit auch die junge Generation eine Perspektive hat, in ihrer Heimat zu bleiben oder – wie im Fall von Flüchtlingen – eine neue Heimat zu finden. Dazu tragen das familiäre Betriebsklima und nicht zuletzt die Feste für alle Mitarbeiter und ihre Familien bei.

Die Farbe ist bei Zitrusfrüchten nicht entscheidend

Bei Clementinen und anderen Zitrusfrüchten sagt die Schalenfarbe nicht viel über den Reifegrad aus. Denn die begehrte gelbe oder orange Farbe entsteht nicht durch das Reifen, sondern ist abhängig vom Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht , wenn die Früchte noch am Baum hängen. Durch kühle Nächte in den Wintermonaten erhalten sie ihre leuchtende orange Farbe. Zu Beginn der Saison können Clementinen also durchaus noch einen Grünstich aufweisen und trotzdem saftig und wohlschmeckend sein.

Während bei konventionellen Zitrusfrüchten die Schale nach der Ernte oft mit Wachs und schimmelvorbeugenden Mitteln behandelt wird, werden reifen Bio-Clementinen sorgfältig geerntet, um Verletzungen der Schale zu vermeiden und das volle Aroma in die Obsttheke des Bio-Ladens zu bringen.