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Volker und Aquilino

MILAGROS – Faire Bananen im besten Sinne

Bananen sind so beliebt wie exotisch. In unseren Breitengraden wachsen sie nicht. Sie brauchen tropisches oder subtropisches Klima in der Nähe des Äquators: Viel Wärme und viel Wasser. Das gibt es zum Beispiel auf der Karibikinsel Dominikanische Republik. Von dort kommen tonnenweise Bio-Bananen, klimaschonend mit dem Schiff über Rotterdam nach Duisburg zu BIOTROPIC, dem deutschen Bio-Obst- und Gemüseimporteur.

Wer Karibik hört und Dominikanische Republik, denkt an lange weiße Traumstrände und an Urlaub. Doch für den Biotropic-Agraringenieur Volker Schmidt, der auf der Insel lebt, ist Hispaniola (so heißt die Insel, die sich die Staaten Dominikanische Republik und Haiti teilen) der Ort, wo die besten bio-fairen Bananen wachsen. Die Ebene, wo einige der Betriebe der Kooperative MILAGROS liegen, in der Provinz Mao, im Nordwesten der Dominikanischen Republik, unweit der Grenze zu Haiti, ist eingerahmt von dichtem tropischem Küstenregenwald und Wäldern im Landesinneren. Diese Gegend gehört zum sogenannten Bananen-Gürtel, einer Zone, die sich beiderseits des Äquators erstreckt.


Es ist viel passiert in Mao

Schon seit 1997 bezieht der Bio-Großhändler BIOTROPIC für seine Kunden im Bio-Fachhandel die goldgelben Früchte von dem Inselstaat. Seit 2007 ist dort ein eigenes Projekt entstanden, die Bio-Kooperative MILAGROS. Mittlerweile gehören elf Betriebe dazu, die auf rund 300 ha Land Bio-Bananen und Limetten anbauen. Im Rahmen des develoPPP-Programms aus öffentlichen Mitteln und mit Geldern von BIOTROPIC wurden Bewässerungsanlagen und eine Hochwasserschutzschleuse gebaut. Auch wurden Kabelbahnen angelegt. Dort werden die 20 – 35 kg schweren Bananenstauden angehängt und zur Weiterverarbeitung transportiert. Das spart den Plantagenarbeitern das mühsame Tragen auf der Schulter und schont noch dazu die empfindlichen Bananen. Eine wichtige Maßnahme war zudem die Weiterbildung aller MILAGROS-Mitglieder im Bio-Anbau.

Die Kleinbauern-Familien von MILAGROS haben eine Menge Lebensqualität hinzugewonnen: Mit der Verpflichtung von Biotropic, immer die gesamte Ernte abzunehmen, ist sowohl ein regelmäßiges Einkommen als auch die Zukunft sicher. Dazu kommt weitere Unterstützung in Form von kostenlosen Mahlzeiten auf den Fincas und Schulmaterial für die Kinder. Das Fairtrade-System (FairTSA) garantiert stabile Mindestpreise, die 10 Prozent über dem marktüblichen Preis liegen. Dazu kommt noch eine Fairtrade-Prämie, die viele weitere Vorteile möglich macht. Das Geld wird gemeinschaftlich verwaltet und z.B. in Duschen und Toilettenhäuschen investiert. Außerdem gibt es FairTSA-Fonds kostenlose Kredite.


Die Anbauer werden nicht allein gelassen

Die Banane ist eine empfindliche Frucht und keine einfache Kultur. BIOTROPIC-Agraringenieur Volker Schmidt und sein 20-köpfiges Team auf der Insel sorgen dafür, dass die Bauern immer einen vertrauten, kompetenten Ansprechpartner haben. Regelmäßige Proben, die in Labore gehen, stellen gesunde Pflanzen und rückstandsfreie Bananen sicher. Auf Augenhöhe diskutiert man Probleme, sorgt für eine gleichbleibend gute Qualität und hat immer ein Ohr für die Sorgen der Bauern und Arbeiter.

Neben der EU-Bio- und Fairtrade-Zertifizierung besitzen einige Plantagen sogar die anspruchsvolle Demeter-Zertifizierung.

In dem wüchsigen tropischen Klima fallen jede Menge Pflanzenreste und Grünschnitt in den Plantagen an, die zusammen mit Mist zu wertvollem Kompost verarbeitet werden und den Pflanzen wieder zugute kommen.


Die Banane ist ein ganz besonderes Gewächs

Die ausdauernde Pflanze kommt in über 300 verschiedenen Arten vor und gedeiht in tropischen und subtropischen Gebieten auf der ganzen Welt. Sie bildet mit ihren Riesenblättern einen Scheinstamm, aus dem nach etwa einem Jahr ein beeindruckender Blütenstand hervorwächst. Daraus entwickelt sich die imposante Staude mit bis zu 100 Bananen. Von der Blüte bis zur erntereifen Staude vergehen 9 –12 Wochen. Die Früchte werden grün geerntet, sorgsam verpackt und kommen Klima schonend mit dem Schiff zu uns nach Europa. Hier reifen sie in der Bananenreiferei von BioTropic in Duisburg, bis sie an die Naturkostläden geliefert werden.

Vorzeigeprojekt Ökozentrum Cibao

Das Vorzeigeprojekt vereint eine ganze Reihe Umweltaspekte:

  • Wissensvermittlung und Nutzung alternativer Energien
  • Abwasseraufbereitung durch eine Pflanzenkläranlage
  • Naturlehrpfad mit verschiedenen Nutzpflanzen sowie bedrohten Pflanzenarten
  • Produktion von biologischem Obst und Gemüse
  • eine Bananensorten-Erhaltungsanlage
  • ein modernes Schulungszentrum

Nachhaltiges Wasser

Mit Hilfe von Experten wurde eine Pflanzenkläranlage gebaut und der Bach renaturiert. Das davon gespeiste Bewässerungssystem hilft den Pflanzungen bei einer Durchschnittstemperatur von 30°C überlebensfähig bleiben. Ein 350qm großer Fischteich bildet das Auffangbecken für das Bewässerungswasser. Eine Photovoltaikanlage sorgt für die Energie einer solarbetriebenen Pumpe für die Bewässerung des Obst- und Gemüsegartens.

Neben einem 600qm großen Gewächshaus für Gemüse, gibt es auch reichlich Platz für den Freilandanbau: Tropische Nutzpflanzen wie Maniok, Süßkartoffeln, Ananas und Kochbananen, aber auch bedrohte Gewächse, finden auf dem Gelände ein Zuhause. Ein Naturlehrpfad mit Schautafeln führt zu den einzelnen Stationen. Die Erträge der Nutzpflanzen werden in der Stadt verkauft.

Licht an

Eine Windkraft- und Photovoltaikanlage nutzen die natürlichen Ressourcen und haben die Stromrechnung des dominikanischen BioTropic-Büros beachtlich reduziert.
Mehr Info: https://centro-ecologico.jimdo.com/deutsch/

Warum ist die Banane krumm?

Aus den Blütenständen wächst die kleine Bananenfrucht erst nach unten, später ändert sie ihre Wuchsrichtung dem Licht entgegen.

Bananen wachsen in Tüten

Um die Fruchtstände vor Insekten vor Insekten und Umwelteinflüssen zu schützen, werden sie mit Folie umhüllt, die nach der Ernte wird recycelt. Nach der Ernte wird die ganze Bananenpflanze abgeschnitten, aus dem Wurzelstock wächst eine neue Pflanze.